Kunstgeschichte - Blog

Skulpturen auf dem Kemperplatz

Feb 28, 15 • Gegenwart, MuseumNo CommentsRead More »

Im November 2014 wurde bekannt, dass Berlin ein neues Museum der Moderne bekommen wird. Innerhalb dieser Meldungen wurde spekuliert, wo dieses Gebäude seinen Platz finden soll. Schnell kam die Potsdamer Straße ins Gespräch, da es dort einen “freien” Platz zwischen der Philharmonie und der Neuen Nationalgalerie gibt: den Kemperplatz. Das Museum der Moderne  könnte dann mit der Neuen Nationalgalerie, der Gemäldegalerie, dem Kupferstichkabinett sowie dem Gewerbemuseum und der Kunstbibliothek eine Einheit bilden (siehe unten Linkliste).

Wahrlich – der Platz zwischen den beiden Gebäuden sieht etwas verwahrlost aus. Jedoch bei näherer Betrachtung ist zu bemerken, dass sich dort mehrere Skulpturen befinden. An einigen sind kleine Tafeln befestigt, auf denen der Name des Künstlers, der Titel und das Jahr zu lesen sind.
Andere haben keinerlei Verweise, weder auf den Künstler, noch auf das Jahr. Ich fragte mich, aus welchem Anlass wurden diese Skulpturen geschaffen, von wem sind die nicht gekennzeichneten Arbeiten und natürlich, was wird aus ihnen, wenn hier das Museum der Moderne entsteht. Nun, Letzteres kann ich nach meinen Recherchen nicht beantworten. Man kann nur hoffen, dass ein Konzept, wie es die Architektin Johanna Meyer-Grohbrügge vorschlägt, zum Tragen kommt und die vorhandenen Skulpturen integriert werden. Zu den anderen Fragen haben ich Sachverhalte gefunden und festgestellt, dass es nach 1945 mehrere Bildhauersymposien in Berlin gab.

Auf diesem Platz befinden sich Arbeiten von zwei Symposien: dem Internationalen Bildhauersymposion E 88 und dem IV. Bildhauersymposion Steine ohne Grenzen von 2003.  2001 fand das erste und 2013 das bis jetzt letzte Symposion Steine ohne Grenzen in Berlin und Brandenburg statt. An den Arbeiten des IV. Bildhauersymposions wurden die kleinen Tafeln angebracht und sind somit gut identifizierbar.

An den Werken, welche BildhauerInnen 1988 schufen, sind leider keine Hinweise der Urheberschaft zu finden. Zum Glück stieß ich auf eine Publikation, die diese Veranstaltung dokumentiert: Michael Schultz: Internationales Bildhauersymposion E88, Edition Camorra beim Verlag Frieling & Partner erschienen.
An diesem Symposion nahmen die BildhauerInnen Volker Bartsch, Regina Fleck, Justus Chrukin, Klaus Großkopf, Sabine Grzimek, Peter Herbrich (Berlin-W), Kazuto Kuetani (Japan), Janz Lenassi (Jugoslawien), Klaus Müller-Klug, Louis Niebuhr, Joachim-Fritz Schultze-Bansen, Klaus Schwabe, Werner Stötzer, Janos Stryk (Ungarn) teil. Leider sind nur noch wenige Arbeiten auf dem Kemperplatz zu finden.

 

Justus Chrukin: NEKROPOLE, Granit / Stahl, 300x 400 x 650 cm, 1988. Foto: C.G. Kant 2014

Justus Chrukin: NEKROPOLE, Granit / Stahl, 1988. Foto: C.G. Kant 2014

Joachim-Fritz Schultze-Bansen: Landschaft, Serpentin, 3teilig, 1988. Foto: C.G. Kant 2013

Joachim-Fritz Schultze-Bansen: Landschaft, Serpentin, 3teilig, 1988. Foto: C.G. Kant 2013

Volker Bartsch: Teil Fusion 88, Granit, 1988 (2. Teil Bronze fehlt). Foto: C.G. Kant 2014.

Volker Bartsch: Teil Fusion 88, Granit, 1988 (2. Teil Bronze fehlt). Foto: C.G. Kant 2014.

 

Ausgewählte Presse-Links zum Thema “Neues Museum der Modern in Berlin”:

Museum der Moderne an der Potsdamer Straße?

Berlin sucht einen Platz für das Museum der Moderne

Ein Museum der Moderne für Berlin

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