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Internet und Museen

Jul 21, 08 • Kunst- und Kulturmarketing, MuseumComments OffRead More »

Die Literatur über Museen und Internet ist zahlreich.[1] Sie läßt sich wie folgt gliedern:

a) Allgemeine Übersichten über Museen im Internet[2]

b) Untersuchungen der Museums-Website-Nutzer[3]

c) Betrachtungen der Museums-Websites hinsichtlich des Marketings[4]

d) Betrachtungen des Internets als Teilbereich des Einsatzes Neuer Medien in Museen[5] und

e) Hinweise zur Gestaltung einer Website[6].

In der aktuellen Diskussion wird die Frage, ob ein Museum heute im Internet vertreten sein sollte, nicht mehr berücksichtigt, da das Internet mittlerweile als universelles Kommunikationsmedium bzw. als Instrument der Kommunikationspolitik anerkannt ist. Die gegenwärtige Debatte dreht sich viel mehr um die angestrebten Marketing-Ziele und den daraus resultierenden Marketing-Strategien. Dabei ist ein Konsens über die Hauptaufgabe und die Art der Inhalte einer Internetpräsenz festzustellen: Eine Website muss grundlegende Informationen über das Museum bereitstellen, damit potenzielle Besucher zu einem Besuch im “realen Museum” animiert werden. Diese Auffassung spiegelt sich in den angebotenen Inhalten der Internetauftritte und deren Präsentation wieder. Ein großer Teil der Museen stellt “virtuelle Visitenkarten” bzw. “virtuelle Flyer” online.[7] Mit solchen Angeboten sind “nur” die wichtigsten Informationen über das jeweilige Museum abrufbar. Eine Berücksichtigung der spezifischen Eigenschaften des Mediums Internet findet nur in so weit statt, dass E-Mail-Möglichkeiten angeboten werden oder ein E-Shop integriert ist. So konstatiert Cristiane Kurtz in ihrer Darlegung, dass den meisten Museen eine Darstellung ihrer Institution ausreicht. “Die über Mailadressen und Gästebücher weit hinaus reichenden interaktiven Instrumente des Mediums zur Kommunikation werden jedoch so gut wie nicht eingesetzt.”[8] Deshalb haben die Museen “das eigentliche Potenzial dieses Mediums als wirksames Steuerungsinstrument für ihre kommunikative Zielsetzung noch nicht vollständig realisiert”[9].

[1] Einen Überblick zur Literatur bis 2000 gibt Weidner, Marcus: Museen ins WWW! Hinweise zur Planung und Realisierung von Museums-Web-Sites, in: Museologie Online, 2/2000, S. 35.

[2] Dazu gehören zum Beispiel: Blank, Ralf: Die WWW-Virtual Library Museen, in: Museologie Online, 2/2000, S. 48-55Huber, Hans Dieter: Museen im Internet (1), in: Kunstchronik, Jg. 50 Heft 1, Januar 1997Fehr, Michael: No file no error. Das Kunstmuseum als eine Grenze des Internets, 1997 und Wersig, Gernot; Schuck-Werisg, Petra: Deutsche Museen im Internet. Explorative Studie und Tagungsbericht anläßlich des Workshop “Museumsbesuch im Multimedia-Zeitalter” im Auftrag der Stiftung Volkswagenwerk, Berlin, 1997/98, in: Schuck-Wersig, Petra; Werisg, Gernot; Prehn, Andrea: Multimedia-Anwendungen in Museen, Berlin, 1998, S. 108-173.

[3] Zu diesen Darlegungen siehe Schuck-Wersig, Petra: Museumsinteressierte Internetbenutzer. Ergebnis der Online-Umfrage “Museen im WWW”, Februar 2000 und Roth, Andrea: Das Deutsche Museum in München und seine virtuellen Besucherinnen und Besucher auf der Website www.deutsches-museum.de, in: Museologie Online, 6/2004, S. 1-54.

[4] Hierzu siehe Qubeck, Susann: Museumsmarketing im Internet. Grundlagen – Anwendungen – Potentiale, Bielefeld, 1999. – Kurtz, Christiane: Zielgruppenbindung mit Online-Kommunikation. Analyse und Evaluation am Beispiel von Museums-Webpages, München, 2006 und Duda, Alexandra; Hausmann, Andrea: Erfolgskriterien für das Internet-Marketing für Museen, 2002, veröffentlicht unter http://www.compania-media.de/mum/ mumfo03.htm. In Bezug auf das “virtuelle Museum” Samida, Stefanie: Überlegungen zu Begriff und Funktion des “virtuellen Museums”: Das archäologische Museum im Internet, in: Museologie Online, 4/2002, S. 1-58 und speziell für Communities Fichte, Gerlind: Virtual Communities im Museumsmanagement, in: Handbuch für Kulturmanagement, Juli 2000, K 8.12.

[5] Zu diesem Thema siehe Narayan-Schürger, Sita: Die Bedeutung von Informationssystemen im Marketing und in der Pädagogik von Kunstmuseen, Dissertation an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, Bamberg, 2003.

[6] Hierzu siehe a.a.O. Weidner, Marcus, 2000, Bauer, Thomas: Museen und Internet. Eine praxisorientierte Studie zum Einsatz von Online-Medien, in: Museologie Online, 3/2001, S. 112-161 sowie Kipp, Angela Annette: Benutzerfreundliche Internetpräsenzen für Museen. Wege und Strategien an einem praktischen Beispiel, Berlin, 2002.

[7] In Bezug auf die Informations- und Interaktionsangebote unterscheidet Angela Anette Kipp zwischen virtueller Visitenkarte, virtuellem Flyer, virtuellem Führer und virtueller Schatzkammer sowie virtuellem Markt. Siehe dazu a.a.O. Kipp, Angela Anette, 2002, S. 23ff. Vgl. a.a.O. Wersig, Gernot, 1997/98, S. 117ff.

[8] A.a.O. Kurtz, Cristiane, 2006, S. 131.

[9] Ebd. S. 133.

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